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Musikalisch ging die Post richtig ab


Wallisellen: Gelungene Premiere von «Swing the Spring»

Am vergangenen Donnerstag brachte eine kleine Gruppe von bekannten Künstlern den Boogie-Woogie nach Wallisellen. Mit der ersten Ausgabe von «Swing the Spring» begeisterten sie das Publikum.

Im Saal zum Doktorhaus wurde es am vergangenen Donnerstag fetzig. Rund 430 Besucher waren gekommen, um sich die erste Ausgabe des vom Walliseller Oskar Gut initiierten «Swing The Spring»-Konzerts anzuhören. Den Zuhörern im vollen Saal wurde einiges geboten. In einem gut zweistündigen Programm begeisterten die begnadeten Musiker die Zuhörer mit «Rhythmen aus längst vergangenen Tagen» von Swing über Jazz hin zu Blues und Boogie-Woogie.

Mitreissendes Programm

In schwarzem Smoking mit Fliege gab der preisgekrönte Boogie-Woogie- Pianist aus Uster, Chris Conz, mit seinem «Chris Conz Trio» den Auftakt. Kurz darauf gesellte sich der Sänger und Songschreiber Moritz Schlanke mit auf die Bühne und zusammen bewegten die vier Musiker mit Stücken wie «Mack the Knife» oder «King of the Road» von Roger Miller das Publikum. Absolut reibungslos und äusserst harmonisch starteten die Musiker in den Abend. Das Publikum merkte schnell, dass hier Profis am Werk sind. Anschliessend trat der Special Guest des Abends auf: Sänger und Tenorsaxofonist Duke Seidmann. Mit einem erdigen und groovigen Sound heizte er den Gästen ein. Der Saxofonist spielte fetzig, dreckig und jazzig und brachte den Blues ins Programm. Bei den groovigen Melodien des Tenorsaxofons dachte man als Zuschauer unweigerlich und begeistert: «Genau so muss ein Saxofon klingen!» Seine tiefe und rauchige Stimme brachte auch die letzten Füsse mit Jazzklassikern wie «Dinah» oder «Just a Dream» ins Wippen. Raymond Fein, der ehemalige TV-Moderator und aus der Band «Che und Ray» bekannte Künstler, brachte als Höhepunkt den Boogie- Woogie auf die Bühne. Der begnadete Musiker spielte voller Lebensfreude auf seinem Piano. Und da die Affinität zur Musik offenbar in der Familie liegt, nahm Ray Fein seinen 14-jährigen Sohn mit auf die Bühne, der das Ensemble auf dem Cajon und Marimbafon verstärkte. Auch ein zweites Jungtalent fehlte nicht im Programm: So durfte der erst 15- jährige Valentin Ammann sein Boogie- Woogie-Können auf dem Klavier zum Besten geben. Als Höhepunkt des Konzerts bekamen die Zuhörer gegen Ende des Programms den eigens für die Walliseller Messe 2015 komponierten Walliseller Boogie «Cool Cats Love Wallisellen» zu hören. Die Musiker boten ein durch und durch gelungenes, abwechslungsreiches Programm, welches das Publikum in die vergangene Welt des alten Stils von Swing und Jazz mitnahm. Zu acht musizierten sie so harmonisch, als ob es die einfachste Sache der Welt wäre.

Eigenständiges musikalisches Ausrufezeichen

Für die gelungene erste Ausgabe des «Swing the Spring»-Konzerts sind allen voran Chris Conz, Moritz Schlanke und Oskar Gut verantwortlich. Sie bilden zusammen das OK-Team der Veranstaltung und haben das Ganze auf die Beine gestellt. Ursprünglich kam die Idee, ein solches Konzert zu veranstalten an der Walliseller Messe (WM) 2015: «Im Nachgang zur WM 2015 mit dem von uns initiierten Walliseller Boogie mit Konzert im voll besetzten Festzelt reifte der Gedanke für ein Konzert unter der musikalischen Leitung von Chris Conz», erklärt Gut. Der Pianist Chris Conz habe sich mit seiner jährlichen «Boogie Night» in Uster bereits international einen Namen gemacht. Ähnliches gebe es in der Region Wallisellen noch nicht. «Es sollte aber nicht eine Kopie der «Boogie Night», sondern ein eigenständiger Anlass im Frühling werden», betont Gut. Daher legten sie bei «Swing the Spring» auch einen besonderen Fokus auf die Nachwuchsförderung: Auch junge Nachwuchstalente sollten die Gelegenheit bekommen, ihr Können einem grossen Publikum zu zeigen. «Swing the Spring» will denn auch kein Kontrastpunkt zu den Walliseller Musikfesttagen bieten. «Es soll eine Ergänzung des kulturellen Angebots in unserer Gemeinde sein. Und ein eigenständiges, jährliches Ausrufezeichen für diesen bestimmten Musikbereich setzen» Mit der ersten Ausgabe zeigt sich Gut durchaus zufrieden: «Musikalisch konnten wir dem Publikum ein ausgezeichnetes, authentisches Live- Handwerk von Top-Künstlern und talentiertem Nachwuchs bieten.» Auch organisatorisch lief alles glatt: «Ein tolles Teamwork führt zu einem problemlosen organisatorischen Ablauf. » Von den angebotenen Tickets seien 90 Prozent verkauft worden. «Das ist für das erste Mal mehr als erhofft», so Gut. Lediglich im Bereich der Infrastruktur seien noch kleine Verbesserungen möglich. Die positiven Rückmeldungen haben die Musiker ermuntert. Und so planen die arrivierten Künstler für das nächste Jahr bereits eine zweite Ausgabe von «Swing the Spring».

Lisa Aeschlimann - Anzeiger von Wallisellen - 19. Mai 2016


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